Traumatische Sachlichkeit

Joey Schmidt-Muller ist ein in Basel lebender schweizerisch-australischer Künstler.

Er steht für großformatige Zeichnungen, Bilder und Installationen, gegenständlich, fast realistisch und bildet in seinen Werken seine Weltanschauung ab. Er will stimulieren, Intimität erzeugen und gleichzeitig bewusst ein distanzierter Grenzgänger sein.

Dabei möchte er nicht imitieren, kopieren oder trivialisieren. Er setzt seine Gedankensplitter zu Kompositionen mehrdeutiger Aussagen und Botschaften. Joey Schmidt-Muller bezeichnet seine Stilrichtung mit einer traumatischen Sachlichkeit als Denkmalerei.

Der Titel seiner Ausstellung: Zeitstau

Die Installation „Konsumzwang“ 

„Zu den Künstlern, die ihr Medium nicht nur beherrschen, sondern ebenso sehr reflektieren, gehört auch der schweizer/australische Künstler Joey Schmidt-Muller. Das betrifft sowohl die Leinwand, die Farben und Lacke die er in seiner Malerei verwendet, als auch die Menschen, die er in seinen Bildern und Objekten zeigt. Thema und Form sind bei Joey Schmidt-Muller nicht voneinander zu trennen. Die Wahl, sich in seiner Malerei auf die schwierig zu steuernde chemische Interaktion von Acryl, Kohle und Lack auf Leinwand zu konzentrieren, die an alchemistische Malexperimente erinnert, hat unmittelbar mit seiner Bildauffassung zu tun. Der materielle Charakter seiner Malerei ist präzise geplant. Die Textur seiner Bilder, die eines ihrer Charakteristika darstellen, ist ebenso gewollt, wie der Strich mit der Kohle als sein Markenzeichen. Es gibt keine Zufälligkeit in seinen Bildern. Die Wahl der Mittel ist genau abgestimmt auf den Prozess der Malerei und auf die Vorstellung des Künstlers. Das fertige Bild ist in seinem Bewusstsein stets präsent. 


Joey’s Bilder und Objekte sind nicht leicht zu verdauen. Sie sind ein Spiegel unserer Zeit und haben nichts mit den Schönheitsvorstellungen einer historischen Ästhetik zu tun, die auf Überwältigung des Betrachters abzielen und keinen Raum zur Mitsprache lassen. Sie haben nichts Tröstliches, entblößen schonungslos das Gesicht hinter der Maske, wie ein melancholisches Monument menschlicher Verlorenheit, auf der Suche nach der Durchlässigkeit, durch die sie den Betrachter zugleich in sich hineinlassen und von ihm handeln, der absoluten Wahrheit jenseits aller Relativität.“ www.artipool.de